| Die Gemeinderatssitzung" | ||
Bürgermeister Kurz (Bgm.), Gemeinderätin Bauer-Mindelheim Grüne (GR B.-K.), Gemeinderat Zündler, CSU(GR Seidl), Gemeinderat Kreizer, CSU (GR Kreizer), Gemeinderat Woyzeck, SPD (GR Leberl), Gemeindeschreiberin Loher (GS). Bgm.:Liebe Kollegen! Ich begrüße Euch alle zur ersten Stadtratssitzung nach der Wahl! A paar neie Gsichter sech i, ower die meisten Bazi san a wieder drin. GR B.-K.: Entschuldigen Sie bitte, Herr Bürgermeister! Was heißt da „liebe Kollegen?" Ich darf Sie daran erinnern, dass ich eine Frau bin! Bgm.: Omei, entschuldigens, Frau Bauer-Mindelheim! Des war jetza fei ned gega Sie gricht . An des muaß i mi z'erst gwöhna, dassma mir a Weiberts, äh, a Frau im Stadtrat hamma. I bin seit 29 Johrn Buaga-moaster und i hob no nie a Wei do herin im Sitzungssaal gseng. GR Kreizer: Und a Güne a nu und des bei uns im Stadtrat! Eazt werrn ma überall Photovoltaikanlagen bauen und Froschtümpel anlegen müssen. Seidl: So is! Frösch san bei denen ja wichtiger als Menschen, oder? Bgm.: Ich darf die Staadträte Kreizer und Zündler um Ruhe bitten. Seids staad, Sakara! Debattiern kima nach da Sitzung. GR Seidl: Is scho recht, Buagamoaster, samma scho staad! Bgm.: Also, i verles kurz de Tagesordnung: 1. Begrüßung. Des hamma scho. 2. Verlesen des Protokolls der letzten Sitzung. Des kimmt glei. 3. Baugesuche. Des kimmt später. 4. Wünsche und Anträge. Des kimmt aaf d'Letzt. Also, zu Punkt 2: Frau Loher, verlesen Sie bittschön das Protokoll! GS: Verehrter Herr Bürgermeister, sehr verehrte Frau Bauer-Mindelheim, geschätzte Stadträte! Ich darf Ihnen allen zur Wahl gratulieren und verlese nun das Protokoll der letzten Stadtratssitzung: GS:Nein, des war's, Herr Bürgermeister. Mehr war ned. Bgm.:Dankschön! Bestehen gegen das Protokoll Einwände? Allgemeines Gemurmel „passtscho" bzw. „alles klar" oder auch „genehmigt". Zündler meldet sich BGM: Is nu wos, Zündler? Zündler: I wollt blouß sog’n, dass Du nu wos vergessen houst! BGM: Ja und? Zündler: Den Antrag vo mir aaf aa Hilti! BGM: Owa Dein Antrag homma doch o’glehnt, weil ma erst an Schlegl kaaft homm. 9 : 3 is ausganga. Kreizer: I woor aa für die Hilti ! Woyzeck: Des is scho klar, du Geizkragen, Du elendiger! Dir geht’s blouß darum, dass das amal ausleihen kannst, weils dass selber koine kaafen wüllst. GR B.-K.: Empört: Ja sagen Sie mal, meine Herren! Ist das hier ein Kasperletheater oder eine politische Sitzung? Traurig genug,dass dieser unfähige Architekt die falschen Bgm.:Wos mach ma aus wos? Wie schreibt ma denn des? Bauer-M.: Fauxpas, Sie Ignorant! GR Leberl:Also, wenn i amol wos sogn derf, Frau Mauer-Mandelbaum!! GR B.-K.:Bauer-Mindelheim, wenn ich bitten darf! GR Leberl:Is o wurscht. Aaf jeden Fall derfa Sie des ned so eng seng. In so an politischen Gremium muaß aa amol a weng a Gaudi sei zwischendurch. Des lockert de Atmosphäre, ver-stehens das? GR B.-K.: So was! Sind wir hier denn im Gesangsverein? GR Woyzeck: Dou homs an Aufnahmeantrag für unsere Kulmianer! GR B.-K.: Unverschämt. Bgm: Schluss jetzt! Des derfas wirklich ned so eng seng, Frau Bauer -Mindelheim! A wenig a Spass mou scho sei! Die Kollegen Zündler , Kreizer und Woyzeck san doch ganz patente Leit‘! GR Seidl: Du brauchst uns fei ned verteidigen, Burchamoister! GR Kreizer: Und Sock’n g’strickt. Wou homm’s n überhaupt ihr Strickzeich? Des machen die Grüna im Bundestag doch a immer! GR B.-K.: Geschockt: W... wie bitte? Ich habe Sie nicht verstanden. Bgm.:Also, dann kumma zu de Bauanträge. Frau Loher, hamma recht vül? GS:Das ist der Antrag der Eheleute Wolf und Giselinde Feiler auf Genehmigung einer Ausnahme vom Bebauungsplan. Bezüglich ihres Wohnhausneubaues. GR Kreizer:Wos will er denn nacha, da Wolfe? GS:Äh, nur ein paar Kleinigkeiten. Der Zaun soll statt einen Meter 2,20 Meter hoch werden, er möchte statt einer sechs Dachgauben, die Dachneigung soll geringfügig vom Bebauungsplan abweichen, so ca. 30 Prozent. Bgm:Waar's des? GS:Noch ein kleines Detail: Das Haus soll nicht ein-, sondern dreigeschossig werden. Bgm.:Ja guat, des is oanaseits verständlich, weil dann is mehr Plotz drin. Also Manner, wos sagts? Äh, Entschuldigung, Frau Bauer-Mindelheim, Manner und Frau, wos sagts? GR B.-K.: Unterbricht ihn: Hört! Hört! Das sieht ja wieder sehr nach Vetternwirtschaft aus! GR Kreizer:Moooment! Da Feiler Wolf is ned mei Vetter, sondern mei Schwager, dass des klar is! Aaf jeden Fall daad i sogn, dassma mir vo da CSU-Fraktion geschlossen gega den Antrag san. Ned dass hoißt, mir samma dafür, bloß weil da Wolf bei der CSU Mitglied is. Bgm.: Öha! Des hamma aa no ned ghabt! Is des rechtlich in Ordnung, Frau Sekretärin? GS: Nun ja, ich, äh ..., ich meine ... GR Leberl:Aso a Schmarrn! Wos konn denn da Feiler dafür, dass er bei da CSU is? I als SPD-Fraktionsvorsitzender bin dafür, dass ma ihm die Ausnahmen genehmigen! Scho aus Prinzip! Bgm.:I bin aa dafür. Mensch, Kreizer und Zündlerl! Des könnts doch ned machen! Gecha engern eigenen Mann stimma, bloß weil er bei da CSU is. Des is doch direkt hirnrissig! Bgm.: Scho. Oder, Frau Sekretärin? Samma doch? GS:Ja, freilich! Kreizer:Also! Lass abstimma und da Kaas is gessn! Bgm.:Also guat. Wer für den Bauantrag der Eheleute Wolf und Giselinde Feiler mit den erwähnten Ausnahmen vom Bebauungsplan ist, den bitte ich um ein Handzeichen. Bgm.:Alles klar! Einstimmig genehmigt! GR B.-K.: Völlig konsterniert: Ja, aber wieso? Sie wollten doch dagegen stimmen? GR Kreizer:Ja mei. In a Demokratie, do derm ma aa amal sei Meinung ändern. Oder, Kollege Zündler? GR Seidl:Sowieso! Des hout da Adenauer aa scho g’sagt. GR B.-K.:Aber wenn ich das gewusst hätte, dass Sie dafür stimmen, dann hätte ich natürlich dagegengestimmt. GR Kreizer:Wos hoißt „gewusst"? A alts Sprichwort hoißt: Nix Gwiss woiß ma ned! GR Leberl:Mei liawa, jetza habts uns ganz schee verarscht, engs Baraber, engs Schworzn! Dagegen redn und dafür stimma, des hamma gern! Aso bin i seltn gleimt wordn. Und i Depp stimm aa no dafür. Akkrat für'n Feiler Wolf, der wos im Wahlkampf gsagt hod, dass i wegen dem Fleischskandal kei Leberkässemmeln mehr iss. GR B.-K: : Das ist doch ein Skandal GR B.-K.:Ihr Abstimmungsverhalten ist ein Skandal. GR Seidl: Worum? Es wor doch eh einstimmig. Bgm.:Des stimmt, Frau Ding! Einstimmig is einstimmig. Klarer geht's ned. Do brauchma nimmer diskutiern. Sekretärin, schreibn‘s aaf: Einstimmig genehmigt! GS:Hab ich schon, Herr Bürgermeister. GR B.-K.:Unerhört! Bgm.:Genau, Woyzeck! Frau Sekretärin, mir kumma jetzt zu Wünsche und Anträge. Homma wos? GS: Ja, einen Antrag des Jagdgenossen Alfred Henfling. BGM: Wos wüll er denn, da Henflling Fred? GS:Er stellt den Antrag, dass die Wildschweine, die seinen Acker aufwühlen, verstärkt bejagt werden. Zündler: Dou san mir Stadträte nicht zuständig. Des is doch die Sache der Jagdgenossenschaft. BGM: Moment, meine Herren! Ich bin Kraft meines Amtes Not-Jagdvorstand, des geiht uns sehr wohl wos an. Kreizer: Dann gemman halt an Zuschuss für Munition. Zündler:Genau! Daschossen ghern sa sich, die Mistviecher. Dou is Zivilcourage gefagt. Bauer-M.:Aber meine Herren, das geht doch nicht!. Wildschweine stehen doch unter Naturschutz! Woyzeck:Daschossen ghern sa sich, die Säue und aus! BGM: Wer dafür is, dass da Jagdgenosse Henfling 1000€ an Munition erhält, dass er die Wildsäue daschießt, bitte ums Handzeichen. Zündler: Hoffentlich trifft er aa, da Fred BGM:Also praktisch einstimmig – bis auf Frau Bauer-Mindelheim. Homma nu wos, Frau Loher? GS:Bloß a Stellungnahme zur Errichtung eines Mobilfunkmastens durch die Firma X-minus am Rauhen Kulm. GR Kreizer:Kummt dann dou aa a Netz hi? GS Seidl:Was für a Netz moinst jetzt du? D1 oder D“2 oder X-minus?! GR Kreizer:Schmarrn!A Netz zum Schutz derVogelwelt ,damit die Vögel ned dagegen stoußn. I bin eben a für‘n Naturschutz, ned blous Sie, Frau Bauer-Mindelheim! GR Seidl: San ma doch alle Naturschützer! GR B.-K.: Typisch CSU. Was Fakt ist: Da wird doch sicher die Strahlung erhöht, oder? Da bin ich strikt dagegen. Woyzeck: Ich ho noch nie a Strahlung gseng, und wos I ned siech, des glaaw I a ned. Bgm.: Also, i hob mi dou im Vorfeld a weng informiert. I daad amal so sogn: Ob d'Strahlung mehr wird, kamma ned gwiss sogn. Wos ma gwiss sogn kaa is, dass die Gewerbesteier mehr wird. Lacht GR Leberl: Und des is d‘ Hauptsach! Bgm.:Sunst no Wortmeldungen? BGM: Sunst nu Wortmeldungen? Das ist nicht der Fall. Dann stimmen wir ab. Wer dafür is, dass ma a positive Stellungnahme für den Mobilfunkmasten abgeben, bitte ums Handzeichen! GR Kreizer:Owa fei mit Vogelschutz Netz!! Bgm.:Is scho klar. Wer is dagegen? Bgm:Jawohl, Frau Ding. Also praktisch einstimmig mit einer Gegenstimme so beschlossen GR B.-K.:Also, Herr Bürgermeister, verstehen Sie mich nicht falsch. Aber ich finde, man sollte Dinge, wie sie heute behandelt wurden, schon sehr, sehr gewissenhaft angehen. Bgm.:Find I aa. Wer find' des vo engs aa ? |
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